Onlineshop erstellen lassen: Kosten, Ablauf und worauf du achten musst
Wer seinen Onlineshop erstellen lassen will, findet Angebote zwischen 80 und 8.000 Euro, und versteht erstmal nicht, warum. Dieser Ratgeber sortiert die echten Preisspannen, zeigt dir, was den Unterschied macht, und nennt die versteckten Kosten, die kaum jemand vorab auf dem Schirm hat.
Warum die Preise so weit auseinandergehen
Ein Onlineshop ist kein fester Gegenstand mit einem festen Preis. Was du bezahlst, hängt vor allem an vier Dingen: wie viel Arbeit jemand übernimmt, wie viel Erfahrung dahintersteckt, wie sauber die rechtliche Einrichtung gemacht wird und wie verlässlich die Lieferung ist. Ein 80-Euro-Gig auf Fiverr und ein 3.000-Euro-Agenturprojekt können beide "ein Shopify-Shop" heißen, liefern aber zwei völlig verschiedene Ergebnisse.
Wichtig zu verstehen: Den Preis macht nicht die Technik. Shopify ist für alle gleich. Den Preis macht, wie viel von dem mühsamen Teil dir abgenommen wird, also Rechtstexte korrekt einbinden, Zahlung und Versand einrichten, Produkttexte schreiben, das Theme so anpassen, dass es nicht nach Baukasten aussieht.
Die vier Wege, einen Shop bauen zu lassen
1. Fiverr / Billig-Gig (50 bis 200 Euro)
Du bekommst meist ein installiertes Theme und ein paar angelegte Produkte. Was fast immer fehlt: deutsche Rechtstexte, DSGVO-konforme Einrichtung, ein Cookie-Banner, das wirklich funktioniert. Oft sitzt der Anbieter im Ausland, kennt das deutsche Recht nicht und kommuniziert auf Englisch. Günstig, aber das Risiko trägst du, und Nachbessern kostet am Ende oft mehr als ein sauberes Setup von Anfang an.
2. Freelancer (400 bis 1.500 Euro)
Ein erfahrener Freelancer baut dir einen ordentlichen Shop, oft mit klarer Absprache zu Umfang und Preis. Qualität und Rechtsbewusstsein schwanken stark von Person zu Person. Frag konkret nach: Werden geprüfte Rechtstexte eingebunden? Wird DSGVO-konform eingerichtet? Gibt es eine Übergabe, mit der du danach selbst weiterkommst?
3. Festpreis-Service / Done-for-you (390 bis 1.200 Euro)
Ein klar abgegrenztes Paket: fester Umfang, fester Preis, feste Lieferzeit. Du weißt vorher genau, was du bekommst. Genau in dieser Lücke arbeitet Ladenfertig, mit integrierten Profi-Rechtstexten und kompletter Einrichtung von Zahlung und Versand. Der Vorteil gegenüber dem Freelancer: kein Stundenzähler, kein Scope-Creep, kein "das war im Angebot nicht drin".
4. Agentur (2.000 bis 8.000 Euro und mehr)
Für einen Starter-Shop ist eine Agentur meist überdimensioniert. Du bezahlst Meetings, Projektmanagement und Stundensätze. Sinnvoll wird das erst, wenn du individuelle Programmierung, eine größere Sortimentsstruktur oder eine bestehende Marke mit hohen Ansprüchen hast. Für die ersten Schritte ist das Geld in Produkt und Werbung besser angelegt.
Preisübersicht im Vergleich
| Weg | Preis | Rechtstexte | Lieferzeit | Aufwand für dich |
|---|---|---|---|---|
| Fiverr-Gig | 50–200 € | meist keine | variiert stark | hoch (nachbessern) |
| Freelancer | 400–1.500 € | je nach Person | 1–4 Wochen | mittel |
| Festpreis-Service | 390–1.200 € | Profi-Texte eingebunden | 7–14 Tage | 10-Min-Briefing |
| Agentur | 2.000–8.000 € | ja | 4–8 Wochen | Meetings |
Der typische Ablauf, wenn du es machen lässt
Bei einem gut organisierten Anbieter läuft es ungefähr so:
- Briefing: Du gibst Marke, Produkte und Wünsche durch, im Idealfall über ein kurzes Formular, ohne langes Meeting.
- Aufbau: Theme, Branding, Produktseiten, Rechtstexte, Zahlung und Versand werden auf deinem eigenen Shopify-Account eingerichtet.
- Übergabe: Du bekommst Zugang, ein Walkthrough-Video und eine Anleitung, wie du selbst pflegst.
- Live: Du machst die Testbestellung, schaltest live und verkaufst.
Achte darauf, dass der Shop auf deinem Account läuft, nicht auf dem des Anbieters. Sonst bist du abhängig und kommst im Streitfall schlecht an deinen eigenen Shop.
Die versteckten Kosten: laufend vs. einmalig
Der Bau ist einmalig. Daneben gibt es laufende Kosten, die dir gehören und die du selbst trägst: das Shopify-Abo (je nach Plan rund 1 bis 39 €/Monat), die Domain (rund 10 €/Jahr), die Lizenz für die Rechtstexte beim Fachanbieter (oft wenige Euro im Monat) und optionale Apps. Ein seriöser Anbieter rechnet nur seine Einrichtung ab und macht diese laufenden Posten transparent, statt sie zu verstecken.
Die teuerste versteckte Kostenstelle: die Abmahnung
Das ist der Posten, den Preisvergleiche meistens ignorieren. Ein billig oder falsch aufgesetzter Shop spart dir vielleicht ein paar hundert Euro beim Bau, kann dich aber eine Abmahnung kosten, und die liegt schnell im drei- bis vierstelligen Bereich, oft mehr als der komplette saubere Aufbau gekostet hätte. Fehlendes Impressum, falsche Widerrufsbelehrung, Cookie-Banner ohne echte Einwilligung: das sind die Klassiker. Sauber aufzusetzen ist hier kein Luxus, sondern die günstigste Versicherung im E-Commerce.
Festpreis statt böser Überraschung
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Pakete ansehen →Worauf du beim Anbieter achten solltest
- Rechtstexte: Werden geprüfte Profi-Texte (z. B. eRecht24, Händlerbund, IT-Recht Kanzlei) eingebunden, oder zusammenkopierte? Letzteres ist selbst ein Abmahngrund.
- Eigentum: Läuft der Shop auf deinem Account? Bekommst du alle Zugänge?
- Fester Preis und Umfang: Steht schwarz auf weiß, was enthalten ist? Oder tickt ein Stundenzähler?
- Übergabe: Gibt es Anleitung und Video, damit du danach selbst klarkommst?
- Ehrliches Rechts-Framing: Ein seriöser Anbieter sagt klar, dass er Texte einbindet, aber keine Rechtsberatung leistet. Wer "100 % rechtssicher garantiert" verspricht, übertreibt.
Was ist die richtige Wahl?
Wenn du Zeit hast und lernen willst, mach es selbst und nimm dafür eine gute Anleitung. Wenn du es richtig, schnell und ohne Rechts-Stress haben willst, ohne gleich Agenturpreise zu zahlen, ist ein Festpreis-Service der vernünftige Mittelweg. Eine Agentur lohnt erst bei wirklich individuellen Anforderungen. Bei der Fiverr-Lotterie sparst du beim Bau und zahlst beim Nachbessern und im Abmahnrisiko drauf.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Anwalt, einen spezialisierten Rechtstext-Anbieter oder deinen Steuerberater.