Shopify-Shop in Deutschland starten: Prüfliste für 2026
Ein Shopify-Shop ist technisch schnell aufgesetzt. Vor dem ersten Verkauf müssen aber Unternehmens-, Steuer-, Verbraucher-, Datenschutz-, Preis- und Versandangaben zum konkreten Angebot passen. Diese Prüfliste ordnet die wichtigsten Arbeitsfelder; sie ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls.
1. Anmeldung: Gewerbe & Steuern
Wer selbstständig, planmäßig und auf Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, muss die gewerbe- und steuerrechtliche Einordnung vor dem Start klären. Verfahren und Gebühren unterscheiden sich je nach Gemeinde; anschließend gehört regelmäßig auch die steuerliche Erfassung dazu.
Kleinunternehmer (§19 UStG) oder Regelbesteuerung?
Bei Anwendung von § 19 UStG sind die vom Unternehmer im Inland bewirkten Umsätze grundsätzlich steuerfrei. Für diese Umsätze gelten die dort genannten Vereinfachungen; die Erklärungs- und Voranmeldungspflichten nach § 18 Abs. 1 bis 4 UStG entfallen grundsätzlich. Ausnahmen, etwa § 18 Abs. 4a UStG, und grenzüberschreitende Sachverhalte müssen gesondert geprüft werden. Umsatzgrenzen, Vorsteuerabzug und der Wechsel zur Regelbesteuerung sind Steuerfragen.
2. Pflichtinformationen und Vertragsbedingungen
Welche Informationen erforderlich sind, hängt unter anderem von Betreiber, Zielgruppe, Sortiment und Vertriebsweg ab. Für einen typischen B2C-Shop gehören insbesondere folgende Punkte in die Prüfung:
- Impressum: gut sichtbar, mit ladungsfähiger Anschrift und schneller Kontaktmöglichkeit (§5 DDG).
- Verbraucherinformationen: unter anderem zu Vertragsschluss, Gesamtpreis, Zahlung, Lieferung und gegebenenfalls Gewährleistung.
- Widerrufsinformation + Muster-Widerrufsformular: soweit für den konkreten B2C-Fernabsatzvertrag ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht.
- Datenschutzhinweise: passend zu den tatsächlich eingesetzten Diensten und Verarbeitungen.
- Consent-Lösung: wenn einwilligungsbedürftige Zugriffe auf Endgeräte oder entsprechendes Tracking eingesetzt werden.
- AGB: nicht generell vorgeschrieben; wenn du sie nutzt, müssen sie zum Angebot passen und wirksam in den Vertrag einbezogen werden.
Wichtig: woher die Texte kommen
Kopier dir keine zufälligen Texte aus dem Netz zusammen. Nutze einen spezialisierten Anbieter oder anwaltliche Beratung und prüfe, ob Inhalt, Aktualisierung und Lizenz wirklich zu deinem Shop passen.
3. Verpackungsgesetz & LUCID
Beim reinen Dropshipping ist der Verkäufer nach der ZSVR für diese Verpackungen grundsätzlich nicht selbst Hersteller und muss sich dafür nicht selbst in LUCID registrieren oder an einem System beteiligen. Er muss jedoch prüfen, ob der jeweilige Versender registriert ist und seine Systembeteiligungspflichten erfüllt. Wer selbst importiert, verpackt oder erstmals befüllte Verpackungen in Deutschland in Verkehr bringt, kann eigene Pflichten haben. Entscheidend ist die konkrete Rolle je Lieferweg.
4. Zahlung & Auszahlung
Richte nur aktivierte und end-to-end getestete Zahlarten ein und dokumentiere Auszahlungsweg, Gebühren und Rückerstattungsablauf. Vor der Bestellung müssen Gesamtpreis und gegebenenfalls zusätzliche Versandkosten klar erkennbar sein. Für Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden, ist außerdem zu prüfen, ob ein Grundpreis nach der PAngV anzugeben ist.
5. Versand & Lieferzeiten
Hinterlege Liefergebiete, Versandkosten und realistische Lieferzeiträume auf Grundlage eines tatsächlich geprüften Lieferwegs. Ein EU-Lager kann Import und Versand zum Endkunden vereinfachen, belegt aber weder eine bestimmte Lieferzeit noch die vorgelagerte Import-, Steuer- oder Produktsicherheitskonformität.
6. Shop-Aufbau, der verkauft
Wenn das Rechtliche steht, entscheidet die Conversion. Das Wesentliche:
- Sauberes, mobiloptimiertes Theme, auf realen Endgeräten geprüft.
- Klare Produktseiten: Hook, Nutzen-Bullets, Vertrauenssignale, ein klarer CTA.
- Schneller Checkout, sichtbare Trust-Elemente (Versand, Rückgabe, Zahlarten).
- Basis-SEO: sprechende URLs, Titel, Meta-Beschreibungen, Alt-Texte.
Launch-Lücken sichtbar und priorisiert machen
Der Ladenfertig Shopify Launch-Check prüft den technischen Kaufweg, Consent-Wiring und ob relevante Seiten erreichbar sind. Du erhältst eine Fix-Liste und eine kommentierte Video-Übergabe. Der Gesamtpreis beträgt 149 €; gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Keine Rechtsberatung oder rechtliche Inhaltsprüfung.
Launch-Check ansehen →Kurz-Checkliste zum Abhaken
- ☐ Gewerbe angemeldet, Steuerstatus geklärt (§19 vs. Regelbesteuerung)
- ☐ Impressum, Verbraucherinformationen, Datenschutz und gegebenenfalls Widerruf + Muster geprüft
- ☐ AGB nur bei Bedarf eingesetzt und wirksam einbezogen
- ☐ Consent-Lösung bei einwilligungsbedürftigen Diensten technisch geprüft
- ☐ Verpackungsrolle geklärt: eigene Pflichten erfüllt oder Registrierung/Systembeteiligung des Versenders belegt
- ☐ Zahlung eingerichtet, Versandkosten transparent
- ☐ Lieferweg belegt und realistische Lieferzeiten veröffentlicht
- ☐ Mobiloptimiertes Theme, klare Produktseiten, Basis-SEO
- ☐ Testbestellung End-to-End durchgeführt
§ 19 UStG · § 5 DDG · § 305 BGB (AGB-Einbeziehung) · § 25 TDDDG · ZSVR: Dropshipping · § 3 PAngV
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an einen Anwalt, einen spezialisierten Rechtstext-Anbieter oder deinen Steuerberater.