DSGVO-Checkliste für deinen Onlineshop (mit Abmahn-Fallen)
Die DSGVO ist kein Papiertiger: Im Onlineshop wird genau hier abgemahnt, oft an Stellen, die du gar nicht als Datenverarbeitung wahrnimmst. Diese Checkliste geht jeden relevanten Punkt durch, markiert die typischen Abmahn-Fallen und gibt dir am Ende eine Liste zum Abhaken.
Warum gerade Shops getroffen werden
Ein Onlineshop verarbeitet zwangsläufig personenbezogene Daten: Name, Adresse, Zahlungsdaten, oft IP-Adressen über Tracking. Genau das macht ihn angreifbar, denn jeder dieser Punkte ist reguliert. Dazu kommt, dass Shop-Software und Marketing-Tools schnell installiert sind und dabei im Hintergrund Verbindungen zu Drittservern aufbauen, ohne dass der Betreiber es merkt. Die meisten DSGVO-Verstöße im Shop sind keine bösen Absichten, sondern übersehene Voreinstellungen. Die gute Nachricht: Die Stellen sind bekannt und lassen sich systematisch abarbeiten.
1. Datenschutzerklärung, passend zu deinen Tools
Jeder Shop braucht eine vollständige, aktuelle Datenschutzerklärung, die genau die Tools abbildet, die du wirklich einsetzt: Shopify, Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Analytics, Newsletter, eingebundene Schriftarten. Eine generische Vorlage, die nicht zu deinen tatsächlichen Tools passt, ist im Zweifel falsch.
2. Cookie-Consent, der wirklich vorher fragt
Nicht-notwendige Cookies und Tracking (Analytics, Pixel von Meta oder TikTok, manche Apps) dürfen erst geladen werden, nachdem der Besucher aktiv zugestimmt hat. Ein Banner, das nur informiert oder bei dem schon vorab Häkchen gesetzt sind, reicht nicht.
3. Google Fonts und externe Schriftarten lokal einbinden
Werden Schriftarten direkt von einem externen Server (z. B. Google Fonts über das CDN) geladen, wird beim Seitenaufruf die IP-Adresse des Besuchers übertragen, ohne Einwilligung. Das war eine ganze Abmahnwelle und ist weiterhin ein Risiko.
4. Auftragsverarbeitung im Blick behalten
Sobald ein Dienstleister in deinem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet (Shop-Hosting, Versand, Zahlungsabwicklung, Newsletter-Tool), brauchst du in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV). Die großen Anbieter stellen den meist standardisiert bereit, du musst ihn aber aktiv abschließen oder akzeptieren.
5. Bestell- und Kundendaten sparsam und sicher
Erhebe nur Daten, die du für die Bestellung wirklich brauchst (Datensparsamkeit). Pflichtfelder im Checkout auf das Nötige beschränken, Daten verschlüsselt übertragen (HTTPS ist bei Shopify Standard) und nicht länger speichern als nötig oder gesetzlich vorgeschrieben.
6. Newsletter nur mit Double-Opt-In
Wenn du E-Mail-Marketing machst, brauchst du eine nachweisbare Einwilligung. Standard ist das Double-Opt-In: Der Interessent trägt sich ein und bestätigt über einen Link in einer Bestätigungsmail. Ohne diesen Nachweis ist jede Werbemail angreifbar.
7. Betroffenenrechte und Erreichbarkeit
Besucher haben Rechte: Auskunft, Löschung, Berichtigung, Widerspruch. Deine Datenschutzerklärung muss erklären, wie man diese Rechte ausübt, und du brauchst eine funktionierende Kontaktmöglichkeit. Bei größeren Strukturen kann ein Datenschutzbeauftragter nötig werden; für die meisten Solo-Shops ist das anfangs nicht der Fall, aber prüfe deine Situation.
Woher die richtigen Texte kommen
Eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung schreibst du nicht aus dem Bauch. Nutze geprüfte, abmahnsichere Texte von spezialisierten Anbietern (z. B. eRecht24, Händlerbund, IT-Recht Kanzlei). Die werden bei Gesetzesänderungen aktualisiert und kosten oft nur wenige Euro im Monat. Das ist die günstigste Absicherung, die du im E-Commerce kaufen kannst.
DSGVO sauber, ohne dass du dich reinfuchsen musst
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- ☐ Datenschutzerklärung vollständig und passend zu den eingesetzten Tools
- ☐ Consent-Banner lädt nicht-notwendige Cookies erst nach Zustimmung
- ☐ Google Fonts und externe Schriftarten lokal eingebunden
- ☐ Externe Einbettungen (Karten, Videos) erst nach Consent
- ☐ AVV mit Hosting, Versand, Zahlung, Newsletter abgeschlossen
- ☐ Checkout-Pflichtfelder auf das Nötige beschränkt (Datensparsamkeit)
- ☐ Newsletter nur mit Double-Opt-In, kein vorausgewähltes Häkchen
- ☐ Betroffenenrechte erklärt, Kontaktstelle erreichbar
- ☐ HTTPS aktiv, Daten verschlüsselt übertragen
- ☐ Testbestellung durchgeführt, Consent-Verhalten geprüft
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechts- oder Datenschutzberatung. Für verbindliche, auf deinen Shop bezogene Texte wende dich an einen spezialisierten Rechtstext-Anbieter (z. B. eRecht24, Händlerbund) oder einen Anwalt.