Ratgeber · E-Commerce DE

Sieben typische Risikofelder im Onlineshop

Lesezeit ~6 Min · Stand 21. Juli 2026 · Autor & Redaktion: Luis Daniel Philip Erdmann

Fehlende Anbieter-, Verbraucher-, Datenschutz- oder Preisangaben können rechtliche Risiken auslösen. Die folgenden sieben Felder sind keine Garantie gegen Ansprüche, aber eine belastbare technische und redaktionelle Prüfreihenfolge vor dem Launch.

1.Fehlendes oder fehlerhaftes Impressum

§ 5 DDG verlangt für geschäftsmäßige digitale Dienste leicht erkennbare, unmittelbar erreichbare und ständig verfügbare Anbieterinformationen. Welche zusätzlichen Angaben erforderlich sind, hängt etwa von Rechtsform, Registereintrag und Tätigkeit ab.

Prüfen: Name, ladungsfähige Anschrift, E-Mail und eine unmittelbare Kommunikationsmöglichkeit sowie alle fallbezogenen Register-, Aufsichts- oder Berufsangaben. Von jeder Seite dauerhaft erreichbar verlinken.

2.Falsche oder fehlende Widerrufsbelehrung

Bei B2C-Fernabsatzverträgen ist über das gesetzliche Widerrufsrecht zu informieren, soweit es für den konkreten Vertrag besteht. Ausnahmen und Erlöschensregeln sind produkt- und ablaufbezogen.

Prüfen: Widerrufsinformation und Musterformular auf Vertrag und Ausnahmen abstimmen; bei online geschlossenen erfassten Verträgen außerdem die elektronische Widerrufsfunktion nach § 356a BGB testen.

3.Riskante AGB-Klauseln

AGB sind nicht für jeden Shop zwingend. Wer sie verwendet, muss sie wirksam einbeziehen; einzelne Klauseln können unwirksam oder irreführend sein. Fremde Texte können zusätzlich lizenzrechtliche Probleme verursachen.

Prüfen: Nur zum Angebot passende AGB nutzen, Quelle und Lizenz dokumentieren und die Einbeziehung im tatsächlichen Bestellablauf testen.

4.Datenschutz & Cookies ohne Einwilligung

Endgerätezugriffe, Tracking und Drittverbindungen brauchen eine konkrete Prüfung nach TDDDG und DSGVO. Nicht jeder externe Abruf folgt derselben Rechtsgrundlage; einwilligungsbedürftige Dienste dürfen aber nicht schon vor der Entscheidung starten.

Prüfen: Datenflüsse inventarisieren, Datenschutzhinweise abgleichen, einwilligungsbedürftige Tags blockieren und „Ablehnen“ gleichwertig zu „Akzeptieren“ anbieten. Vermeidbare externe Schriftabrufe lokal ersetzen.

5.Preisangaben & Grundpreis

Gesamtpreis, zusätzliche Liefer- und Versandkosten und gegebenenfalls Grundpreis müssen nach den Regeln der PAngV in der konkreten Angebotsdarstellung erscheinen. Die steuerliche Formulierung richtet sich nach dem eigenen Status.

Prüfen: Produkt-, Kollektions-, Such-, Warenkorb- und Checkoutansichten einschließlich Varianten und Mengenänderungen testen; erforderliche Grundpreise nicht nur auf der Detailseite anzeigen.

6.Intransparente Versandkosten & Lieferzeiten

Versandkosten, Liefergebiete und Lieferzeiträume müssen vor der Bestellung verständlich sein. Herkunfts- oder Lagerlabels allein belegen keine konkrete Laufzeit.

Prüfen: Lieferweg, Lagerbestand, Cut-off, Carrier und Retourenadresse schriftlich belegen und daraus einen belastbaren Zeitraum ableiten. Abweichungen transparent kommunizieren.

7.Fremde Bild-, Marken- & Urheberrechte

Produktbilder, Logos, Texte und Markennamen dürfen nicht allein deshalb genutzt werden, weil sie online auffindbar oder von einem Lieferanten abrufbar sind. Auch KI-generierte Inhalte sind nicht automatisch frei von Urheber-, Marken-, Design-, Persönlichkeits- oder Irreführungsrisiken.

Prüfen: Rechtekette und Lizenz je Asset dokumentieren, Marken- und Designbezug prüfen und generierte Darstellungen mit dem realen Produkt abgleichen. Ungeklärte Assets nicht veröffentlichen.

Technische Launch-Lücken priorisiert prüfen

Der Ladenfertig Shopify Launch-Check prüft Kaufweg, mobile UX, Consent-Wiring und die Erreichbarkeit relevanter Seiten. Du erhältst eine P0/P1/P2-Liste und eine kommentierte Video-Übergabe. Der Gesamtpreis beträgt 149 €; gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Keine Rechtsberatung oder Compliance-Garantie.

Launch-Check ansehen →
Quellen · zuletzt geprüft am 21. Juli 2026
§ 5 DDG · § 305 BGB · § 356a BGB · § 25 TDDDG · § 3 PAngV · UrhG

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Für verbindliche, auf deinen Shop bezogene Texte wende dich an qualifizierte rechtliche Beratung oder einen spezialisierten Rechtstext-Anbieter.